Was ist Bienenwachs?

Es ist unmöglich Bienenwachs mit einer chemischen Formel zu erklären. Es ist ein so komplexes Gemisch, dass man nicht einmal eine vollständige Liste aller Inhaltsstoffe erstellen kann. Der Grundstoff ist ein Gemisch aus Estern, chemisch gesprochen. Ester sind Verbindungen, die aus einem Alkohol und einer organischen Säure bestehen. Um zwei Stoffe aus dem Haushalt zu nehmen: (Äthyl-)Alkohol und Essig(-säure) verbinden sich. Heraus kommt Essigsäure-Äthylester; eine aromatisch riechende, klare Flüssigkeit. Dieser Ester verdunstet schnell und ist leicht entflammbar. Im Wachs verwenden Bienen Alkohole und Säuren, die deutlich länger, langkettiger sind. Dies sind Stoffe, wie sie auch im Körperfett vorkommen. Chemisch nennt man sie langkettige Fettsäuren.

In den Wachsdrüsen produzieren die Baubienen aus diesen langkettigen Rohstoffen das Wachs und

 

scheiden es als kleine, weiße Plättchen aus. Es ist brüchig und hat eine feinstkörnige, fast kristalline Feinstruktur. Die typische geschmeidige Konsistenz und Farbe erhält es erst anschließend. Dem Wachs wird dazu von den Baubienen Speichel (Eiweiße) hinzugefügt.

 

In den Wabenzellen wird Honig und Pollen eingelagert. Beide enthalten Farbstoffe in Abhängigkeit von der jeweiligen Tracht. Besonders Pollen enthält häufig sehr kräftige, fettlöslich Farben, die in das Wachs der Wände übergehen können. Die Wände der Zellen können mit Propolis ausgekleidet werden. Propolis kann in Spuren im Wachs enthalten sein. Beides führt dazu, dass Farbstoffe aus dem Propolis in das Wachs übergehen. Sind auf den Waben Brutzellen, so finden sich in ihnen Reste der Häutungen (Nymphenhäutchen) und Kot der Larven. Auch diese hinterlassen ihre farblichen Spuren.

Deutlich kann man frisches Wachs, so genanntes Jungfernwachs, von Wachs aus alten Waben unterscheiden. Waben werden mit der Zeit immer dunkler, von weiß über goldgelb bis zu einem dunklen braun.

 

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