Wie Honig entsteht

 

Der Honig dient dem Bienenvolk als Futter und Vorrat für den Winter und andere Perioden ohne ausreichende Tracht. Die Honigbereitung ist ein Prozess Nektar und Honigtau haltbar und lagerungsfähig zu machen. Der Prozess dauert mehrere Stunden bis Tage. Ein Teil des noch unreifen Honigs dient auch direkt als Futter.

Drei Dinge passieren bei der Honigbereitung:

Die Biene setzt Nektar und Honigtau ihren Speichel hinzu: Enyzme. Die Enzyme spalten Zwei- und Dreifachzucker aus Nektar und Honigtau in Einfachzucker. Der Honig wird durch Wasserentzug eingedickt.

Es beginnt bereits beim Sammeln. Die Biene nimmt mit ihrem Rüssel Nektar oder Honigtau auf. Sie gibt aus ihren Speicheldrüsen Enyzme hinzu und speichert das Gemisch in ihrer Honigblase. Bereits jetzt und während des Fluges beginnt die Spaltung der Mehrfachzucker in die beiden Einfachzucker: Frucht- und Traubenzucker.

In der Honigblase wird dem Nektar bereits ein Teil des Wassers entzogen. Häufig scheiden die Bienen auf der Blüte oder im Flug Wasser aus.

Im Volk angekommen übergibt die Sammelbiene einen großen Teil des Inhalts ihrer Honigblase an die Bienen im Stock (Trophallaxis). Ein Teil der eingebrachten Tracht dient direkt der Ernährung des Volkes und wird dadurch verbraucht.

 

 

 

 

 

Honigbienen lecken unreifen Honig aus Honigzellen

Die eingetragene Tracht aus Nektar und Honigtau wird, falls sie nicht sofort verbraucht wird, als Honig eingelagert. Stockbienen im mittleren Alter vom 12. bis 20. Tag übernehmen Honigtau und Nektar von den Sammelbienen.

Wasserentzug - Honigreifung

Der noch unreife Honig wird als Tropfen an den Wänden von Honigzellen abgelagert. Als dünne Schicht verliert der Honig durch Verdunstung weiter Wasser. Arbeiterinnen tragen diesen Honig in andere Zellen um. Hierbei nehmen die Bienen den Honig in ihre Honigblase auf. Bei der Aufnahme des Honigs können sie bei Bedarf weitere Enzyme aus ihren Speicheldrüsen hinzusetzen. Es wird vermutet, dass die Honigblase aktiv am Entzug des Wassers aus dem dünnenflüssigen, unreifen Honig beteiligt ist. Der Prozess des Umtragens kann mehrere Male wiederholt werden.

Erst wenn der Wasseranteil unter 18% liegt, wird der Honig endgültig in Zellen eingelagert. Die Zellen werden mit diesem Honig vollständig gefüllt und mit einem luftdurchlässigen aber wasserdichten Deckel aus Wachs verschlossen.

Der Honig ist jetzt konserviert. Er kann rundherum von Wachs eingeschlossen nicht erneut Wasser aufnehmen.

Arbeiterinnen auf geöffneten Honigzellen

Reifer Honig ist eine konzentrierte, zähe Zuckerlösung. Mikroorganismen wie Bakterien oder Pilze, inklusive der Hefen, können unter diesen Bedingungen im Honig nicht leben. Alle Lebewesen brauchen Wasser. Dieser hoch konzentrierte Honig gibt aber keines mehr ab. Er ist konserviert und vor Gärung geschützt.

antibakterielle Prozesse

Während der Honigreifung sind im noch unreifen Honig die zugefügten Enzyme der Bienen aktiv. Sie schützen den Honig während dieser Zeit vor dem Verderben. Das Enzym Glucoseoxidase fördert die Reaktion von Glukose mit Wasser. Die Produkte dieser Reaktion sind Wasserstoffperoxid und Gluconsäure. Ein kleiner Teil der Glukose wird dabei umgewandelt.

Die Gluconsäure senkt den pH-Wert des Honigs. Es kommt zu einer leichten Ansäuerung. Das gebildete Wasserstoffperoxid ist ein Oxidationsmittel. Es kann ein Sauerstoff-Atom, ein so genanntes Radikal, abgeben. Beide Prozesse hemmen das Wachstum von Mikroorganismen.

 

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