Insektizide

 

Insektizid

Ein Insektizid ist ein Pestizid, das zur Abtötung, Vertreibung oder Hemmung von Insekten und deren Entwicklungsstadien verwendet wird. Die Begriffe Insektenvertilgungsmittel oder Insektenvernichtungsmittel sind gleichbedeutend. Insektizide werden in der Land- und Forstwirtschaft, zum Vorrats- und Materialschutz sowie im Hygienebereich angewendet. Einige Insektizide wie Lindan (seit 2007 in der EU verboten) werden zusätzlich zur lokalen Behandlung von Parasitosen verwendet.

 

Grundsätzliches

Bei Insektiziden ist man bemüht, nur die schädlichen Insekten zu treffen. Bienen, Hummeln, Marienkäfer sollten geschont werden.

Schädliche Insekten sind beispielsweise:

  • Stechend-saugende Insekten: Schildläuse, Zikaden, Mücken
  • Beißende Insekten: Larven von Kartoffel-, Borken-, Rüsselkäfern
  • Spinntiere: Milben, Zecken

Es gibt Kontakt- und Fraßgifte. Im ersten Fall reicht es für den Bekämpfungserfolg aus, wenn das Insekt mit dem Gift in Berührung kommt, im zweiten Fall muss es dieses mit der Nahrung aufnehmen.

In den letzten Jahren wurden auch Insektenpheromone genutzt, die Insekten anlocken und dann mit einem geeigneten Giftstoff in Berührung bringen.

Bei allen Wirkstoffen gegen Insekten besteht bei längerer Verabreichung die Gefahr der Resistenzbildung. Daher benötigt man im Pflanzenschutz sehr verschiedene Wirkstoffe und bemüht sich, mögliche Schäden für Menschen, Tiere und Umwelt gering zu halten.

Hemmung der Nervenleitung

 

Pyridin-2-aldoximmethoxyiodid

Obidoxim

Bei der Signalübertragung von Nervenzellen auf nachgeschaltete Zellen in Muskeln - und teils auch im Gehirn - existiert zwischen den einzelnen Zellen ein synaptischer Spalt, in dem die Substanz Acetylcholin für die Weiterleitung eines Nervenimpulses verantwortlich ist. Damit die Signalübertragung schnell wieder beendet werden kann, wird das Acetylcholin an der Oberfläche des synaptischen Spaltes wieder zerlegt – hierfür ist im synaptischen Spalt das Enzym Acetylcholinesterase verantwortlich.

Auch Insekten verfügen über eine derartige Signalweitergabe. Es gibt chemische Pflanzenschutzmittel, die bei Nahrungsaufnahme, Körperkontakt (Kontaktgift) oder durch Einatmen in den synaptischen Spalt eines Insektes (oder eines Menschen) gelangen und dort das Enzym Acetylcholinesterase deaktivieren können. Zu den Substanzen gehören beispielsweise die Phosphorsäureester und Carbamate.

Durch Abwandlungen der chemischen Struktur und Beachtung der Dosierungsanleitung kann die mögliche Giftwirkung beim Gebrauch (nur für den Menschen) deutlich verringert werden. Die Phosphorsäureester und Carbamate werden nach wenigen Wochen in der Umwelt abgebaut, wodurch sie in ihrer Giftwirkung nur kurzzeitig für Insekten schädlich sind, für die Menschen beim Nahrungsmittelverzehr besteht dann kaum noch ein Risiko.